Atemtherapie

COPD und Atemtherapie in der Praxis

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Bei akuter Exazerbation einer COPD sind gleichzeitig mit der differenzierten medikamentös- inhalativen Therapie atemphysiotherapeutische Interventionen angezeigt. Dabei gehen passive und aktive Elemente Hand in Hand (Tab. 3). Heiße Kompressen/ Wickel und Bindegewebsmassage unterstützen über kutiviszerale Reflexe die Bronchodilatation und die Sekretverflüssigung.

Nach der Akutphase
Sobald die Akutsymptomatik abgeklungen ist, wird aktiv an einer Ökonomisierung der Atmung gearbeitet: Die Thoraxmobilität wird verbessert durch Dehnlagen und vielfältige, rhythmische Automobilisations- und Schwungübungen. Unterstützend wirken Wärmeanwendungen, klassische Massagen, Bindegewebsstriche, Packegriffe und Manuelle Therapie (WS, Thorax, Schultergürtel).
Zur Optimierung des Atemablaufes muss der Patient erst seine pathologische Atemform und Fehlhaltung erkennen und unterlassen. Dann folgt die Atemschulung. Sie wird mit atemlenkenden Griffen am Thorax, Rücken und Bauch sowie an den Extremitäten unterstützt (reflektorische Atemtherapie nach Schmitt, Atemlehre und Psychotonik ® Glaser). Durch die Bildung von Tönen und Lauten (Vokale, Konsonanten, Silben), ja sogar durch die Vorstellung von inneren Räumen können differenzierte psychophysische Effekte erzielt werden, die sich sehr positiv auf die Atmung auswirken (Atemtherapie nach Middendorf). Kneippsche Anwendungen wirken roborierend und verbessern die Infektresistenz. Wenn es der Zustand des Patienten erlaubt, sollen ganzkörperliche Übungen und ein dosiertes Training durchgeführt werden.

Sekundärprävention & Rehabilitation
Es ist therapieentscheidend, aber bekanntlich nicht leicht, COPD-Patienten zu einer Änderung ihres Lebensstils zu bewegen: Raucherentwöhnung, Gewichtskontrolle und eine gezielte medizinische Trainingstherapie (Rekonditionierung) sind hilfreich. Die individuellen Trainingsparameter müssen durch eine (Spiro-)Ergometrie ermittelt werden. Ziele des Trainings sind eine Verbesserung der allgemeinen aeroben Ausdauer (Walking, Joggen, Radfahren) und ein Muskelaufbau (Rumpfstabilisatoren, Schultergürtel-, Atem- und Beinmuskulatur).