Asthma bronchiale

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer Überempfindlichkeit und einer Verengung der Luftwege einhergeht.

In den letzten Jahren hat sich das Wissen um die Vorgänge beim Asthma vertieft. Heute gehen Experten davon aus, dass eine Entzündung im Zentrum der Erkrankung steht. Bei Asthmatikern besteht eine Überempfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreagibilität) und bei einem Asthmaanfall kommt es zu einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege, die sich jedoch wieder zurückbilden kann.

Was passiert bei Asthma?
Asthmatiker haben überempfindliche Atemwege (Bronchien), Symptome eines Asthmaanfalls sind Luftnot und häufig auch Husten. Zur Atemnot tragen verschiedene Vorgänge in den Atemwegen der Betroffenen bei:

Durch ein Zusammenziehen der Muskulatur der Atemwege kommt es zu einer Verengung der Atemwege (Bronchokonstriktion).
Die Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet, schwillt an. Schleim, im Übermaß produziert von den so genannten Becherzellen in der Schleimhaut, verlegt die Atemwege. Bei langjährigem Bestehen der Erkrankung und nicht ausreichender Asthma-Behandlung kann ein Umbau der Bronchien erfolgen, so dass die Variabilität der Atemwege eingeschränkt ist.

Welche Asthma Formen gibt es?
Hauptsächlich werden zwei Formen des Asthmas unterschieden:
– extrinsisches oder allergisches Asthma
– intrinsisches oder nicht-allergisches Asthma

Extrinsisches Asthma entsteht in der Regel auf dem Boden einer allergischen Neigung des Betroffenen. Vor allem im Kindes- und Jugendalter ist diese Form weit verbreitet, aber auch Erwachsene leiden daran. Fast die Hälfte der erwachsenen Asthmatiker weist jedoch die intrinsische Form auf, die häufig durch Entzündungen der Luftwege entsteht. Nicht selten haben die Betroffenen noch zusätzlich Nasennebenhöhlen-Entzündungen oder Polypen in der Nase. Weitere Bezeichnungen wie nächtliches oder Belastungsasthma beziehen sich auf den Zeitpunkt bzw. die Ursache. Sie stellen jedoch keine eigenen Asthmatypen dar und lassen sich einer der beiden Hauptformen zuordnen.

Ursachen Asthma
Allergene, Entzündungen oder Belastung sind Auslöser von Asthma

Allergene Substanzen können unter Umständen zur Entstehung von Asthma führen. Zudem gelten Faktoren wie kalte Luft oder Zigarettenrauch als Auslöser. Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, je nach Entstehung werden zwei Hauptformen unterschieden:
– extrinsisches oder allergisches Asthma
– intrinsisches oder nicht-allergisches Asthma

Das extrinsische Asthma wird durch allergieauslösende Stoffe – so genannte Allergene – verursacht. Die Betroffenen haben eine genetische Veranlagung, auf bestimmte Substanzen allergisch zu reagieren.

Wichtige Allergie Auslöser sind:
– Pollen: von Bäumen, Kräutern, Gräsern (z.B. Hasel, Erle, Pappel, Ulme, Linde, Mais, Weizen, Hafer, Roggen, Ampfer, Wegerich, Holunder etc.)
– Tierhaare und Federn: Haustiere (z.B. Katze, Kaninchen, Hund, Hamster etc.), Nutztiere (z.B. Schaf, Ziege, Pferd, Rind, Hühner, Tauben, Enten etc.), Tiere aus Zoo und Zirkus etc.
– Sporen: von Schimmelpilzen und Hefen, z.B. in feuchten Räumen und Kellern, in Holzhäusern, im Wald, auf Blumenerde, auf Käse etc.
– Haushaltsmittel bzw. Stoffe in der Arbeitswelt wie Mehle, chemische Lösungsmittel, Holzstäube
Arzneibestandteile
– Hausstaub: bzw. Exkremente der von Hausstaubbestandteilen lebenden Hausstaubmilbe, bestimmte Hausstaubbestandteile (Sporen, Pollen)
– Insektengifte: z.B. Wespen- oder Bienengift
– Nahrungsmittel: z.B. Fisch, Eier, Milch, Obst, Nüsse, diverse Gemüse, Schweinefleisch-Produkte, auch Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe (Konservierungs- und Farbstoffe)

Da einige der genannten Faktoren (wie Pollen) nur zur bestimmten Jahreszeiten auftreten, wird in diesen Fällen auch von saisonalem Asthma gesprochen. Entsteht Asthma bei Menschen, die beruflich bedingt bestimmten Schadstoffen ausgesetzt sind, spricht man von einem berufsbedingten Asthma.

Das intrinsische Asthma entsteht in den meisten Fällen nach Entzündungen der Atemwege.

Weitere Auslöser sind unspezifische Reize wie:
– bestimmte Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure)
– kalte Luft
– Tabakrauch
– Luftverunreinigung
– Stress
– körperliche Belastung (so genanntes Belastungsasthma)

Symptome
Typische Asthma-Beschwerden sind Luftnot, Husten, Pfeifen oder ein Engegefühl in der Brust. Sie können anfallsartig und unterschiedlich stark auftreten.

Das Wort Asthma stammt aus dem Griechischen und bedeutet Keuchen, was bereits auf ein wesentliches Symptom hinweist: die Atemnot. Sie kommt anfallsartig und bevorzugt in der Nacht vor. Dabei ist es besonders problematisch, die eingeatmete Luft wieder auszuatmen. Für die Betroffenen kann das Atmen mit großen Anstrengungen verbunden sein. Zudem können Atemgeräusche wie Pfeifen auftreten. Husten, der auch mit Auswurf einhergehen kann ist, ein weiteres wichtiges Symptom von Asthma. Eine Reihe von Patienten empfindet ein Engegefühl in der Brust.

Kleine Kinder können auch Bauchschmerzen haben; besonders nach Entzündungen der Atemwege (Bronchitis) fällt eine mühsame Atmung mit pfeifenden Geräuschen auf. Trockener Husten und anfallsartige Luftnot sind Asthma Symptome, die ältere Kinder häufig aufweisen. Bei vielen Asthmatikern – sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern – lassen sich Asthmaanfälle durch körperliche Anstrengungen auslösen. Aber auch auf Entzündungen der Atemwege oder allergische Substanzen können Asthmatiker mit Anfällen reagieren.

Beim Asthma unterscheiden Mediziner vier verschiedene Schweregrade:

Grad – Symptome
I – wiederkehrende (intermittierende) Beschwerden
II – andauernde (persistierende) geringe Beschwerden
III – andauernde mäßige Beschwerden
IV – andauernde schwere Beschwerden

Während beim Grad I, die Beschwerden noch verschwinden können, erscheinen beim Grad II die Asthma Symptome zwar nicht täglich, aber mehrmals die Woche. Körperliche Aktivität und Schlaf sind bei einer akuten Asthma-Verschlechterung (Asthma-Exazerbation) eingeschränkt. Liegen die Schweregrade III und IV vor, treten die Beschwerden täglich auf. Eine Abnahme der körperlichen Aktivität und Probleme beim Schlafen können im Grad III durch Exazerbationen ausgelöst werden, im Grad IV besteht dauerhaft eine reduzierte körperliche Belastbarkeit.

Um Asthma-Beschwerden oder eine Verschlimmerung zu reduzieren bzw. zu vermeiden, ist eine effektive Therapie der zugrunde liegenden Entzündung vonnöten. Für die Behandlung stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Daneben können Atemtechniken und das Vermeiden von Auslösern Linderung verschaffen.

Diagnose Asthma
Richtungweisend für die Diagnose Asthma ist eine ausführliche Befragung des Betroffenen durch den Arzt. Daran können sich verschiedene Untersuchungen anschließen.

Bei Bestehen typischer Asthma-Symptome wie Atemnot, Husten oder Engegefühl in der Brust sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Der Mediziner wird zunächst Ihre Krankengeschichte erheben (Anamnese), wodurch er erste Hinweise auf eine Asthmaerkrankung erhält. So erfragt der Arzt z.B. wann und in welchem Rahmen die Beschwerden auftreten oder ob es in der Familie bereits Asthmatiker gibt oder gab. In unserer Checkliste haben wir Ihnen wichtige Punkte zusammengestellt, um sich auf Ihren Arztbesuch vorzubereiten.

Dann erfolgt in der Regel eine körperliche Untersuchung u.a. mit Abklopfen und Abhören der Lunge. Dabei können die Ärzte typische Atemgeräusche von Asthmatikern erkennen.

Des Weiteren stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:
– Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie):
– Hierbei wird gemessen, wie viel Luft der Patient innerhalb einer Sekunde ausatmen kann (Einsekundenkapazität, FEV1). Bei Verengung der Bronchien ist dieser Wert deutlich vermindert. Weiterhin ist es möglich, die so genannte Vitalkapazität zu bestimmen. Dabei atmet der Patient zunächst so tief wie möglich ein, um anschließend maximal auszuatmen.
– Nicht bei allen Asthmatikern sind diese Werte verändert. Bei normalen Ergebnissen kann die Bronchialschleimhaut mit bestimmten Substanzen gereizt und die Reaktion hierauf mit einer erneuten Untersuchung der Lungenfunktion getestet werden (Provokationstest).
– Mit einem Peak-Flow-Meter kann der Patient selbst seine Lungenfunktion überprüfen und in ein Protokoll eintragen, das dann zusammen mit dem Arzt ausgewertet wird.
– Allergiediagnostik:
– Die Allergiediagnostik ist ebenfalls von besonderer Bedeutung, da einige allergische Substanzen Asthma auslösen können. Durch Hauttests und Blutentnahmen kann eine mögliche Allergie auf bestimmte Stoffe festgestellt werden.
– Weitere Untersuchungen:
– Andere Untersuchungen, wie Röntgenaufnahmen der Brust oder Tests, um z.B. den Sauerstoff- oder Kohlendioxid-Gehalt des Bluts (Blutgasanalyse) zu bestimmen, können ebenfalls Anwendung finden.

Asthma Ziele
Bessere Lebensqualität für Asthma-Patienten

Die Ziele der Asthma-Therapie sind hoch gesteckt, weil sich nur so die Lebensqualität der Patienten bessern und das Risiko schwerwiegender Folgen mindern lässt.

Studien zeigen zweierlei: Zum einen werden diese Ziele in vielen westeuropäischen Ländern nicht erreicht. Zum anderen sind sie jedoch mit Hilfe einer optimalen Therapie durchaus einzuhalten.

Für Asthma gibt es derzeit zwar in den meisten Fällen keine Heilung, doch dank moderner Medikamente und Therapiekonzepte kann fast jeder Patient die Ziele erreichen, die heute – in Abhängigkeit vom Alter und den Begleiterkrankungen – mit einer Asthma-Behandlung angestrebt werden.

Entsprechend einer aktuellen deutschen Leitlinie, die auf internationalen Forderungen basiert, soll die Therapie sowohl akute als auch chronische Krankheitserscheinungen wie Symptome oder Anfälle vermeiden. Zudem soll eine bestmögliche Funktion der Lunge angestrebt und die bronchiale Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) gemindert werden. Darüber hinaus fordert die Leitlinie, sowohl das Fortschreiten der Erkrankung als auch Nebenwirkungen der Therapie zu vermeiden.

Als weitere Therapieziele nennt sie, die asthmabedingte Sterblichkeit zu mindern und krankheitsbedingte Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Entwicklung sowie der körperlichen und sozialen Alltagsaktivitäten zu vermeiden. Und nicht zuletzt soll die moderne Therapie dazu beitragen, die Lebensqualität der Patienten zu bessern.

Therapie Asthma bronchiale
Richtige Behandlung von Asthma:

Für eine optimale Kontrolle des Asthmas ist eine komplexe Therapie notwendig, die sich aus medikamentösen und nicht medikamentösen Maßnahmen zusammensetzt. Aktuelle Therapieleitlinien geben Empfehlungen zum richtigen Vorgehen. In der Behandlung des Asthmas empfehlen aktuelle deutsche und internationale Leitlinien neben der medikamentösen Therapie eine Reihe weiterer Maßnahmen.

Zu ihnen gehören das Meiden der Asthma Auslöser, die allergen-spezifische Immuntherapie, die Patientenschulung und Sport bzw. körperliche Aktivität. Zudem sollten Patienten mit Übergewicht abnehmen und Raucher auf Zigaretten verzichten.

Medikamentöse Therapie: Dauer- und Bedarfsbehandlung

Die moderne medikamentöse Therapie des Asthmas beruht auf aktuellen Erkenntnissen, die zur Krankheitsentstehung vorliegen. Sie verfolgt das Ziel, die zugrunde liegenden Störungen zu mindern:

Entzündung der Bronchialschleimhaut
Bronchiale Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität)
Verengung der Atemwege (Obstruktion)

Ist-Zustand:
1. entzündete Schleimhaut
2. verkrampfte Bronchialmuskulatur
3. zäher Schleim

Ziel:
1. die Entzündung der Bronchialschleimhaut bekämpfen
2. Bronchien weitstellen (die verkrampfte Bronchienmuskulatur lockern)
3. den zähen Bronchialschleim aus den Bronchien transportieren

Als Medikamente kommen so genannte Controller und Reliever zum Einsatz. Mit den Controllern erfolgt eine Dauerbehandlung zur langfristigen Kontrolle des Asthmas, mit den Relievern hingegen eine Bedarfsbehandlung zur Besserung akuter Symptome oder Anfälle. Hier gilt: Je effektiver die Dauerbehandlung, desto seltener benötigt der Patient die Bedarfsbehandlung. In beiden Fällen stellen entzündungshemmende und bronchienerweiternde Medikamente wichtige Säulen der Therapie dar.

Art und Umfang der Dauerbehandlung richten sich nach den aktuellen Asthma Symptomen und Lungenfunktionsmessungen. Sie wird regelmäßig überprüft und insbesondere zu Beginn ggf. mehrfach angepasst, um auf Dauer eine möglichst optimale Asthma-Kontrolle zu erzielen. Bei der Überprüfung der Therapie spielt der Peak Flow, der vom Patienten selbst gemessen werden kann, eine wichtige Rolle,. Auch ein spezieller Fragebogen, der Asthma-Kontroll-Test, ermöglicht dem Patienten, den Erfolg seiner Therapie abzuschätzen.

Die Medikamente werden meistens inhaliert

Die üblichen Asthma – Medikamente sind oft zwar auch als Tabletten oder Spritzen (unter die Haut, in die Vene, in den Muskel) erhältlich, doch meistens werden sie inhaliert, da sie bei der Inhalation in hohen Konzentrationen gezielt zum Ort des Krankheitsgeschehens gelangen – zu den Atemwegen. Weiterhin lassen sich die notwendigen Dosen reduzieren und systemische Nebenwirkungen, die den gesamten Körper betreffen, mindern. Die Inhalation erfolgt mit einem Inhalationssystem. Tabletten werden erst gegeben, wenn die inhalativen Medikamente nicht ausreichend wirken oder der Patient trotz Schulung nicht in der Lage ist, die Inhalation richtig durchzuführen.

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