Lungenemphysem

Das Emphysem ist eine chronische Krankheit. D.h., sie ist im strengen Sinn nicht heilbar. Man kann sie behandeln, man kann durch Vermeidung von Ursachen und Auslösefaktoren oft verhindern, dass sie sich verschlechtert, aber man wird sie nie ganz aus der Welt schaffen. Das liegt daran, dass man beim Emphysem Veränderungen in Bronchien und Lunge findet, die auch durch die beste Therapie nicht rückbildungsfähig sind. Dazu kommt, dass sich ein Emphysem praktisch immer über einen längeren, meist sogar einen sehr langen Zeitraum hin entwickelt, so dass die Krankheitserscheinungen – und damit die Veränderungen an Aufbau und Funktion nicht so schnell auffallen und erkannt werden.

Dies sind in erster Linie:
– Veränderungen am Lungengewebe
– Veränderungen an den Atemwege
– Veränderungen im sauerstofhaushalt mit ihren Folgeerscheinungen

Man kann das Lungenemphysem nach der Lokalisation einteilen.

Pathologisches Präparat eines zentroazinären Emphysems
– Beim zentroazinären Emphysem ist der zentrale, also proximal der terminalen Alveolen gelegene Teil des Azinus (bestehend aus Alveolen, Ductus alveolares und Bronchioli respiratorii)[1] betroffen. Die Hauptursache für dieses Emphysem ist das Rauchen. Die Schadstoffe führen zu einer Entzündung, die das interstitielle Lungengewebe angreift.
– Das panazinäre Emphysem entsteht am distalen Ende des Azinus. Hauptgrund für die Entstehung ist der vererbte Mangel des Enzyms Alpha-1-Antitrypsin. Dieses Enzym schützt die Lunge vor Proteasen, die das Gewebe jetzt angreifen können. Wenn die Alveolarsepten einreißen können die Emphysemblasen konfluieren. Es bildet sich ein panlobuläres und bei weiterem Wachstum ein bullöses Emphysem aus.
– Durch Überdruckbeatmung in der Notfallmedizin, während Operationen oder auf der Intensivstation entsteht ein interstitielles Emphysem. Hier ist die Luft innerhalb der Alveolarsepten zu finden.
– Weitere Einteilungen sind ein irreguläres, ein paraseptales, ein kompensatorisches (vikariierendes) Emphysem.

Die Patienten mit einem Lungenemphysem lassen sich in der Klinik in zwei Typen einteilen:
– pink puffer: hager, deutliche Dyspnoe, wenig Zyanose und einen eher trockenen Husten;
– blue bloater: Übergewicht, kaum Dyspnoe, eine deutliche Zyanose und eher produktiven Husten. Auf den Sauerstoffmangel reagiert er mittels vermehrter Bildung roter Blutkörperchen (Polyglobulie), so kann er zwar mehr Sauerstoff aufnehmen, es werden aber nicht alle dieser roten Blutkörperchen mit Sauerstoff beladen – daher die Zyanose (Blauverfärbung des Blutes, das keinen Sauerstoff trägt).

Es ist bisher nicht geklärt, aus welchen Gründen der eine den Typ pink puffer hat und der andere blue bloater. Die Lungenpathologie der beiden Typen unterscheidet sich jedoch nicht. Wahrscheinlich sind genetische Faktoren beteiligt. Viele Patienten weisen auch ein Mischbild beider Extreme auf.