Die oberen Atemwege

Nase

Die Nase bildet den ersten Abschnitt der Atemwege. Sie ist nicht nur Voraussetzung zum riechen, sondern auch zum Anwärmen, Anfeuchten und Weiterleiten der Luft zu Lunge. Durch die direkte Verbindung zum menschlichen Gehirn, spielt die Nase auch für das Gefühlsleben eine wichtige Rolle. Unterschiedlichste Düfte lösen verschiedenste Emotionen aus und bestimmen somit unser Verhalten. Eine senkrechte Trennwand die Nasenscheidewand, unterteilt die Nasenhöhle in zwei paarig angelegte, schmale Hohlräume, die außen von den beiden Nasenflügeln begrenzt werden. Knochen und Knorpel bilden den äußeren Teil der Nase. Die Nasenknochen bilden je eine Nasenhälfte und die Brücke zwischen den Augen. Elastizität ist durch die Nasenknorpel gegeben, die vorne innen an den Knochen anschließen.

Da sie die erste Station unseres Atemsystems ist, bleiben in ihr nahezu alle Schmutzpartikel, Staub oder kleine Insekten, die in der Luft enthalten sein können, an den Härchen und Nasenmuscheln der Nasenlöcher hängen und werden so bereits am Anfang des Atemwegwegssystem herausgefiltert. Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Atmung durch die Nase funktioniert. Die Nase ist auch Sitz der (unter dem Dach der Nasenhöhle liegenden) Riechschleimhaut mit Riechzellen, die uns zum Beispiel bei üblem Geruch vor möglicherweise schädlichen Stoffen in der Atemluft warnen, so dass wir den Atem reflexartig anhalten. Für die Anfeuchtung sorgt der Schleimfilm und für die Anwärmung der Luft ein Geflecht von Blutgefäßen, das direkt unter der Nasenschleimhaut liegt. Je kälter die Außenluft ist, umso stärker wird die Schleimhaut durchblutet und umso mehr wird die Atemluft erwärmt. In den mit Schleimhaut ausgekleideten Nasenhöhlen, Nasenmuscheln und Nasennebenhöhlen (dazu gehören Stirn-, Kiefer- und Keilbeinhöhlen sowie Siebbeinzellen) wird die Luft nicht – wie früher angenommen – angewärmt. Diese Höhlen sind nur über kleine Öffnungen mit der Nase verbunden, so dass es einige Minuten dauert, bis die Luft dort ausgetauscht wird. Deswegen sind Entzündungen in diesem Bereich auch relativ schwer zu behandeln.

Nasennebenhöhlen


Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Schleimhautaussackungen der Nasenhöhle, die sich zwischen die beiden Deckplatten einiger Schädelknochen schieben. Da die Nasennebenhöhlen an die Nasenhöhle angeschlossen sind, werden sie dem Atmungsapparat zugeordnet.

Mund

Natürlich kann man statt über die Nase auch über den Mund ein- und ausatmen, so dass die Luft über den Mundraum direkt in den Rachenraum gelangt. Diese Abkürzung hat aber deutliche Nachteile für Luftröhre und Lunge. Denn im Mund fehlen die Flimmerhärchen. Staubteilchen und andere Partikel werden nicht abgefangen, und die Luft wird weniger angewärmt und befeuchtet, als wenn sie durch das verzweigte System der Nase strömt. Dauerhaftes Einatmen über den Mund (chronische Mundatmung) kann daher die Schleimhaut der Atemwege und der Lunge schädigen. Sie führt zu stärkerer Verunreinigung der Atemwege, so dass Krankheitserreger nicht mehr abtransportiert werden können und sich das Risiko für Lungenerkrankungen erhöht.

Rachen

Im Rachen kreuzen sich die (mit Nase und Mund beginnenden) Luft- und Speisewege und teilen sich am unteren Ende des Rachens wieder auf in die weiterführenden Luftwege (Kehlkopf und Luftröhre) und die dahinter (aber noch vor der Halswirbelsäule) liegende Speiseröhre. Er ist somit Teil des menschlichen Verdauungssystemes als auch des Atemapparates.