Funktion

Funktion der Lunge
Die Funktion der Lunge besteht darin, dem Körper Sauerstoff zuzuführen und verbrauchte Luft (Kohlendioxid) abzuführen. Sauerstoff ist lebensnotwendig, weil der Körper ihn bei der „Verbrennung“ von Nahrungsstoffen zur Energiegewinnung braucht. Dabei entsteht als Abfallprodukt (neben Wasser) Kohlendioxid, das zur Entsorgung abgeatmet werden muss.
Im Körper findet an zwei Stellen ein Gasaustausch statt: Im Körpergewebe wird Kohlenstoffdioxid in das Blut abgegeben und Sauerstoff in die Muskelzellen aufgenommen. In der Lunge wird Kohlenstoffdioxid in die Lungenbläschen aufgenommen und Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut abgegeben. Die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid findet in der Lunge in den Lungenbläschen statt. Der Sauerstoff dringt an den Stellen durch die dünnen Wände der Lungenbläschen an denen Kapillaren unmittelbar an der Wand entlangziehen. Entscheidend für einen möglichst schnellen und „reibungslosen“ Gasaustausch ist dabei die Dicke der beiden Wände. Die beiden Innenseiten dieser Wände sind befeuchtet. Dadurch wird die Durchlässigkeit für die Atemgase erhöht. In den Kapillaren wird der Sauerstoff von den roten Blutzellen aufgenommen. Er wird in den Organen bei allen Lebensvorgängen benötigt, um Energie aus den Nährstoffbausteinen freizusetzen. Besonders das Gehirn ist auf eine ständige Sauerstoffzufuhr angewiesen. Der Blutkreislauf transportiert den Sauerstoff bis in die entlegensten Winkel des Körpers – also auch bis in deinen großen Zeh und deinen kleinen Finger.

Eine rießige Fläche
Würde man die Zellschicht unserer insgesamt 300 Millionen Lungenbläschen (Alveolen) nebeneinander ausbreiten, käme man auf die Fläche einer durchschnittlichen Dreizimmer-Wohnung mit 100 qm! Dank dieser enormen Fläche an gasaustauschenden Alveolen ist es überhaupt möglich, dass die Lunge alle Körperzellen – auch bei starker körperlicher Anstrengung – mit genügend Sauerstoff versorgen kann.

Steuerung
In Ruhe atmen wir pro Minute etwa 10-15 Mal ein und aus. In der Regel verursacht das keine Anstrengung und wir tun es unbewusst. Häufig wird erst bei großer körperlicher Anstrengung oder bei Atemnot bewusst geatmet. Die Steuerung der Atmung erfolgt über chemische „Fühler“ (Chemo-Rezeptoren) in den großen Blutgefäßen, die dem Atemzentrum im Gehirn melden, wie es um die Sauerstoff- und Kohlendioxid-Mengen (Blutgase) im Blut bestellt ist. Tritt bei den Blutgasen ein Mangel oder Überschuss auf, wird dem durch gesteigerte Ein- oder Ausatmung entsprechend entgegen gesteuert. Pro Minute benötigen wir etwa 6-9 Liter Luft zum Einatmen. Bei intensiver sportlicher Verausgabung oder körperlicher Arbeit kann der Bedarf bis auf 50-100 Liter pro Minute ansteigen.

Beteiligte Muskeln
Das Einatmen ist ein aktiver Vorgang, an dem sich eine Reihe von Muskeln beteiligen, wobei insbesondere das Zwerchfell (90%) und die Zwischenrippenmuskeln die wichtigsten sind. Das Ausatmen verläuft hingegen normalerweise passiv. Nur bei Atemnot und stärkerer körperlicher Belastung wird die sogenannte Atemhilfsmuskulatur (an Brustkorb und Schultergürtel) eingesetzt, die es ermöglicht mehr Luft einzuatmen. Auch das Ausatmen kann durch Anspannung der Bauchmuskeln verstärkt werden.

Untersuchungsmethode
Durch Beklopfen (Perkussion) kann der Arzt die Atembewegungen der Lunge, ihre Verlagerung nach unten beim Einatmen bzw. nach oben beim Ausatmen sowie Behinderungen dieser Bewegungen feststellen. Denn die Lungen geben aufgrund ihres Luftgehalts einen vollen Klopfschall ab – im Gegensatz zu den angrenzenden Organen Herz, Leber und Milz. Auch Verdichtungen des Lungengewebes infolge bestimmter Erkrankungen (zum Beispiel Lungenentzündung, Tuberkulose) sowie größere Hohlräume (wie zum Beispiel beim Lungenemphysem) können durch Abklopfen lokalisiert werden. Solche Veränderungen sowie krankhafte Atemgeräusche sind hörbar bei der so genannten Auskultation, wenn man das Ohr direkt oder mittels eines Stethoskops auf die Brustwand auflegt.