Schlaflabor

Ambulantes Multidisziplinäres Schlaflabor
der Praxis im Johanniter 
Krankenhaus Duisburg Rheinhausen
Anmeldung zur Untersuchung: 02834 – 98330 in der Praxis in Straelen
Notfall: Dr. Schädlich 0171 – 6807592 / Dr. Weinz 0176 – 293 63 095

Was ist ein Schlaflabor?
Wenn der Name „Schlaflabor“ erwähnt wird, sind viele Patienten verunsichert, da man bei einem Labor an Versuche denkt. Dies ist aber nicht der Fall. Es handelt sich um einen Schlafraum, der zur Registrierung der Schlafstadien und betimmter Körperfunktionen wie Herzrhythmus, Atmung und Körperbewegung während des Schlafes eingerichtet ist.

Der Raum ist isoliert, damit die Körperströme gut abgeleitet werden können und nicht durch Ströme und Störeinflüsse des Leitungsnetzes beeinflußt werden. Der Raum wird gut abgedunkelt und ist ruhig gelegen. Der Schlaf wird mittels einer Videokamera überwacht. Die Kamera ist eine sehr lichtstarke Fernsehkamera, die auf Infrarotlicht reagiert, so daß der Raum zwar abgedunkelt erscheint, mit der Kamera sieht man aber die Bewegungen des schlafenden Patienten. Ein Mikrophon erfaßt die Geräusche im Raum, u.a. das Schnarchen oder das Sprechen während des Schlafes. Der Patient ist mit einer Gegensprechanlage mit dem Schlaflaborpersonal verbunden.

Im Schlaflabor befinden sich diverse Meßgeräte, die aber im Gegensatz zu den Geräten auf einer lntensivstation keine störenden Geräusche oder Warntöne abgeben.

Nachdem der Patient normal zu Abend gegessen hat und sich entsprechend seinem üblichen Tagesablauf verhalten hat, begibt er sich zwischen 20 Uhr und 22 Uhr ins Schlaflabor. Er bringt seine gewohnte Schlafkleidung mit.

Um den Schlaf und andere Meßgrößen zu erfassen, müssen Elektroden auf der Haut befestigt werden. Elektroden sind kleine Metallplättchen mit einem Durchmesser von maximal 2 – 3 cm, mit denen elektrische Ströme vom Gehirn, Herzmuskel und Skelettmuskel .abgeleitet werden können. Da die Haut elektrische Ströme nicht sehr gut leitet, ist es häufig erforderlich, die oberflächlichen Hautschichten durch Reiben mit einer Paste leitfähiger zu machen. Die Elektroden sind mit Silber oder Gold beschichtet, um den Widerstand kleiner zu machen.

Zwei Elektroden werden benötigt, um die Gehirnströme abzuleiten, eine Elektrode wird zu einer gedachten Linie zwischen den Ohren wenige Zentimeter neben dem Mittelscheitel placiert. Wenn überhaupt, müssen nur wenige Haare gekürzt werden, um eine ausreichende Befestigung zu ermöglichen.

Ein bestimmtes Schlafstadium, nämlich der REM-Schlaf, ist durch schnelle Augenbewegung charakterisiert.

Diese werden durch Elektroden in der Nähe der Augenhöhlen erfaßt. Zwei Elektrodenpaare sind zur genauen Erfassung erforderlich. Im Schlaf erschlaffen die Muskeln, z.B. auch die der Kinnmuskulatur, so daß der Schlafzustand durch geringe Muskelströme charakterisiert ist. Zwei Elektroden werden deshalb im Bereich der Unterkiefermuskulatur auf der Haut befestigt. Von den Elektroden führen lange Drähte zu einem kleinen Kästchen am Kopfende des Patientenbettes, die Ströme werden dort verstärkt und zur Aufzeichnung weitergeleitet.

Untersuchung
Die beschriebene „Verkabelung“ kann zwar im ersten Augenblick furchteinflößend wirken, die Patienten gewöhnen sich aber sehr schnell daran und fühlen sich im Schlaf nicht beeinträchtigt.
Durch die Registrierung der Gehirnströme können lediglich bestimmte Schlafstadien und Funktionszustände des Gehirns erfaßt werden. Gedankeninhalte oder Trauminhalte können die Ärzte nicht ablesen. Die Befürchtungen mancher Patienten, daß damit Gedankenlesen möglich sei, können damit zerstreut werden.

Da Störungen der Atmung den Schlaf beeinträchtigen, wird diese mehrfach überwacht. Während des Schlafes atmet man nicht nur durch die Nase, sondern auch zu etwa 20 %. der Schlafzeit durch den Mund. Deshalb werden wärmeempfindliche Elemente (Thermistoren) an beide Nasenöffnungen und den Mund geklebt, um die Luftbewegungen zu erfassen. Fehlende Atmung führt zu fehlenden Ausschlägen der Atmungsregistrierung.

Da die Atmung häufig oberhalb der Stimmritze während des Schlafes blockiert ist (eine Vorstufe dieser Blockade ist das schwere Schnarchen) kommt es vor, daß sich das Zwerchfell noch bewegt. Diese Bewegungen können anhand von Brust- und Bauchdehnung erkannt werden. Mittels Dehnungsmeßfühlern, die jede Bewegung, d.h. Ausdehnung des Brustkorbes und des Bauchumfanges erfassen, sind wir in der Lage, unterschiedliche Störungen (zentrale und obstruktive Apnoephasen) zu erkennen.

Da verschiedene Therapien zur Behandlung dieser Störungen erforderlich sind, kann auf diese Registrierungen nicht verzichtet werden. Bei längeren Atemstillständen fällt der Sauerstoffgehalt im Blut ab und der Herzschlag wird verlangsamt.
Setzt die Atmung wieder ein, normalisiert sich die Sauerstoffspannung im Blut nach wenigen Atemzügen und der Herzschlag wird kurzfristig um 10 – 20 Schläge beschleunigt. Diese Veränderungen können mit einem speziellen Meßgerät, dem sogenannten „Oximeter“, überwacht werden. In einem Fingerclip, der einer Wäscheklammer ähnelt und meistens an dem Mittelfinger befestigt wird, befindet sich eine Leuchtdiode. Das aus dem mit Sauerstoff beladenen rotem Blutfarbstoff zurückgeworfene Licht wird dauernd analysiert und zeigt die Sauerstoffsättigung des Blutes an.

In einzelnen Fällen werden noch jeweils zwei Elektroden unterhalb der Kniescheibe seitlich von dem Schienbein aufgeklebt, um nächtliche langsame Beinbewegungen zu registrieren. Diese zeitweise auftretenden nächtlichen Myoklonien (PLM) treten im höheren Lebensalter gehäuft auf und können den Schlaf unterbrechen.Dieses waren die wichtigsten Messungen bzw. Ableitungen. Je nach Fragestellung werden noch weitere Messungen durchgeführt. Die wichtigste dürfte die Erfassung des Blutdruckes sein. Hierzu wird eine kleine Manschette um den Finger gelegt und mittels einer kleinen Pumpe zur Ermittlung des Blutdruckes aufgepumpt. Die Schwankungen des Blutdruckes können dann ununterbrochen erfaßt und aufgezeichnet werden. Das nächtliche Blutdruckverhalten muß erst noch genauer untersucht werden muß.

Allerdings ist heute schon klar, daß Schnarchen und Atempausen zu einer Druckerhöhung von 10 – 20 mm Hg führen.Wie lange wird gemessen? Die Patienten können trotz der vielen Kabel und der ungewohnten Umgebung einen normalen Schlaf entwickeln. Die Messungen beginnen meistens zwischen 23 und 24 Uhr und enden morgens um 6 Uhr. Es ist wichtig, daß eine ganze Nacht erfaßt wird. Die vielen Meßgrößen werden in einem Computer auf einer Bildplatte aufgezeichnet.Die erfaßten Daten werden nun über Rechner oder visuell ausgewertet, so daß therapeutische Konsequenzen gezogen werden können. In einer Besprechung mit dem Patienten wird das weitere Vorgehen erläutert.